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Deutschland
Die neuen Bundesländer
Neubrandenburg liegt am Tollensesee in MECKLENBURG-VORPOMMERN und ist eine der wenigen Städte, in der die mittelalterliche Stadtbefestigung nahezu vollständig erhalten geblieben ist. Die Ringmauer mit ihren vier Stadttoren, drei Wassergräben und einer Anzahl romantischer Wiekhäusern, die ehemals der Verteidigung dienten, umschließen den alten Stadtkern. Die Universitäts- und Hansestadt Rostock (Internet: www.rostock.de) liegt an der Ostseeküste. Die Universität wurde 1419 gegründet und war die erste Nordeuropas. Auffallen werden dem Besucher die markanten Backsteinbauten. Warnemünde ist ein reizvoller Stadtteil mit altem Fischereihafen. Das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert und die schönen Bürgerhäuser am Thälmann-Platz sind besonders sehenswert. In der spätgotischen Marienkirche befinden sich eine Astronomische Uhr (1480/90) und eine barocke Orgel, die die schönste im Ostseeraum sein soll.
Greifswald (Internet: www.greifswald.de), der Geburtsort des Malers Caspar David Friedrich, ist eine kleine Universitätsstadt und liegt östlich von Rostock. Am Markt und im sogenannten Rekonstruktionsviertel stehen Bürgerhäuser aus dem 15. Jahrhundert, auch Teile eines mittelalterlichen Fischerdorfes sind erhalten. Neue Wohngebiete und Industrieansiedlungen haben jedoch das Gesicht der Stadt verändert. Die Passagierschiffe der »Weißen Flotte« laufen alle Ostseehäfen und die Insel Hiddensee an, auf der es keine Autos gibt. Die fast unberührte Landschaft ist vielfältig, und der Vogelreichtum lockt nicht nur Vogelkundler an. Hiddensee ist Rügen vorgelagert, der größten deutschen Insel. Sie ist ein beliebtes Ferienziel mit einem Naturschutzgebiet. Man erreicht sie über den Rügendamm. Hier findet man die bekannten Kreidefelsen. Auf Usedom, der zweitgrößten Insel Deutschlands, machte das Großbürgertum schon im 19. Jahrhundert Badeurlaub. Reizvolle Natur mit kilometerlangen Sandstränden, herrlichen Wäldern, Mooren und Weideflächen locken Besucher heute wie damals. Das Stadtbild von Heringsdorf, Ahlbeck, Bansin und den anderen Seebädern prägen schöne Bauten aus den Gründerjahren.
Schwerin (Internet: www.schwerin.de) wurde 1160 gegründet und ist auch heute noch eine reizvolle Stadt. Das Schweriner Schloß ist eines der besten Beispiele deutscher gotischer Baukunst. Es liegt am Schweriner See, umgeben von einem Burggarten. In der historischen Altstadt stehen der Dom, das älteste Gebäude der Stadt, das schöne Rathaus und ein interessantes Museum mit Sammlungen französischer, deutscher und niederländischer Malerei des 17., 18. und 19. Jahrhunderts.
Theodor Fontane hat in seinen »Wanderungen« die Schönheit der Mark BRANDENBURG beschrieben. Kiefern- und Birkenwälder, Sandboden, weiter Horizont und viel Wasser prägen das Landschaftsbild. Der herrliche Spreewald, eine von vielen Wasserläufen durchzogene feuchte Niederung, liegt südlich von Berlin. Im Freilandmuseum Lehde erhält man einen Einblick in das frühere Alltagsleben der Einheimischen.
Potsdam hat drei große schöne Parks, den Neuen Garten mit Marmorpalais (z. Zt. wegen Umbau geschlossen) und Schloß Cecilienhof (bekannt durch das Potsdamer Abkommen), Babelsberg (englische Parkanlage von Fürst Pückler-Muskau mit Schloß von Schinkel) und natürlich Sanssouci, das nach Plänen Friedrichs des Großen von dem Architekten Knobelsdorff gebaut wurde. Noch prunkvoller und größer als das eigentliche Schloß ist das Gästehaus des 'Alten Fritz', der im Schloßgarten direkt neben dem Schloß begraben liegt. In der Kunstgalerie neben dem Schloß sind Gemälde zahlreicher alter Meister ausgestellt. Auch die Stadt selbst, besonders das Holländische Viertel, ist sehenswert. Die Schorfheide ist ein nördlich von Berlin gelegenes Waldgebiet. Hier leben immer noch Biber, Fischotter, See- und Fischadler, und man findet märkische Landschaft wie im Bilderbuch. Der Mittelpunkt der Schorfheide ist der Werbellinsee. Lohnenswert ist auch ein Ausflug zum ehemaligen Zisterzienserkloster Chorin machen. Hier finden im Sommer viele Konzerte statt.
Magdeburg, die Hauptstadt von SACHSEN-ANHALT, ist eine Industriestadt westlich von Berlin. Dom (955) und Liebfrauenkloster sind Zeugnisse der über 1000jährigen Geschichte der Stadt. Bekannt wurde sie vor allem durch den Magdeburger Reiter. 55 km südwestlich von Magdeburg liegt die schöne Stadt Quedlinburg mit vielen liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 16. Jahrhundert und einem Renaissance-Rathaus. Besonders sehenswert sind die romanische Stiftskirche St. Servatii mit dem Domschatz (u. a. wertvolles Wappenkästchen Kaiser Ottos IV.) und das Fachwerkensemble Finkenherd in der Stadtmitte. Die Altstadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Eingebettet in die Gebirgslandschaft des Harzes liegt die Stadt
Werningerode mit einem gotischen Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, einem Fachwerkbau mit zwei schlanken Türmen, der der Stadt eine Märchenbuchatmosphäre verleiht. Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten, darunter das Schiefe Haus, gilt es zu entdecken. Werningerode ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die herrliche Umgebung, in der es viele hübsche Dörfer mit Fachwerkhäusern gibt. Der Harz ist eines der schönsten Wandergebiete Deutschlands, der Brocken, die höchste Erhebung des Gebirges, ist für Wanderer zugänglich. Stolberg wird oft als die »Perle des Südharzes« bezeichnet. Auch hier beherrschen Fachwerkhäuser das Stadtbild.
Weiter südlich liegt Halle (Internet: www.halle.de), in der Marienkirche am Marktplatz (1529) predigte einst Martin Luther. Der Komponist Händel wurde 1685 hier geboren, und jährlich im Juni finden internationale Händelfestspiele statt. Im nahegelegenen Wittenberg nagelte Luther im Jahre 1517 seine »95 Thesen gegen den Ablaßhandel« an die Tür der Schloßkirche. Zahlreiche prächtige Bauten aus dem 16. Jahrhundert, das Wohnhaus Luthers, das Melanchthon-Haus, die Schloßkirche und die Gebäude der ehemaligen Universität bezeugen die jahrhundertelange Bedeutung der Stadt.
Südlich von Halle liegt die historische Stadt Naumburg (Internet: www.naumburg.de), deren Wahrzeichen der schöne spätromanisch-frühgotische Dom St. Peter und Paul mit seinen berühmten Stifterfiguren ist. Ein Abstecher in die alten Hansestädte Salzwedel, Stendal und Tangermünde lohnt sich.
THÜRINGEN liegt zwischen Sachsen und Hessen. Die bewaldeten Höhenzüge des Thüringer Waldes und des Schiefergebirges machen die Region zum idealen Wandergebiet. Der berühmteste Wanderpfad ist der Rennsteig, der sich über 168 km erstreckt. Neben der zentralen administrativen Funktion als Landeshauptstadt Erfurt (Internet: www.erfurt.de) und der Entwicklung zu einem Verwaltungs-, Dienstleistungs- und Handelszentrum in Thüringen, ist die Stadt auch kulturelles Zentrum des Freistaates. Das kulturelle Erbe der Stadt zeugt von seiner jahrhundertealten Traditionen als reiche Handelsstadt. Im historischen Stadtzentrum ist eine Vielzahl sakraler Bauten, aber auch imposante Bürgerhäuser ausgezeichnet erhalten. Die Gründung der Universität fand im Jahre 1392 statt und ging mit einem von Martin Luther und dem Erfurter Humanistenkreis beeinflußten geistig-kulturellen Aufschwung einher. In den Museen der Stadt befinden sich wertvolle Sammlungen mittelalterlicher Kunstschätze, die wichtigsten ethnografischen Zeugnisse Thüringens sowie eine der attraktivsten naturkundlichen Sammlungen.
Suhl ist das Wintersportzentrum der Region, vor allem Langlauffans kommen hier auf ihre Kosten. In Eisenach (Internet: www.eisenach.de), dem Geburtsort Johann Sebastian Bachs, steht das älteste Stadttor Thüringens. Sehenswert ist auch die romanische Nikolaikirche. In der Wartburg, die die Stadt überragt, suchte Martin Luther als Junker Jörg Zuflucht und übersetzte das neue Testament ins Deutsche. Weimar (Internet: www.weimar.de) blickt auf eine tausendjährige Geschichte zurück und ist stolz auf sein reiches kulturelles Erbe. Ihre Blütezeit erlebte die alte Residenzstadt Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts. Goethe lebte hier 50 Jahre lang und beeinflußte die Geschicke der Stadt als Staatsbeamter, Theaterdirektor und nicht zuletzt als größter deutscher Dichter. Im Nationalmuseum, das im ehemaligen Wohnhaus Goethes eingerichtet wurde, kann man auf den Spuren des Geheimrates wandeln. Für literarisch Interessierte steht ein Goethe- und Schiller-Archiv zur Verfügung. Bach war Hoforganist und Hofkonzertmeister in Weimar, Liszt und Richard Strauss wirkten hier als Kapellmeister.
Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald in der Nähe von Weimar, in dem über 56.000 Menschen den Tod fanden, ist heute eine Gedenkstätte.
Weitere Ausflugsziele in Thüringen sind Gera (Renaissance-Rathaus, Bürgerhäuser, Internet: www.gera.de), die alte Universitätsstadt Jena, Friedrichsroda (Schloßruine in herrlichem Schloßpark), Gotha, die Reichstadt Nordhausen (spätgotischer Dom, Rolandstatue am Renaissance-Rathaus) und die malerische Kleinstadt Mühlhausen.
SACHSENS Hauptstadt Dresden (Internet: www.dresden.de) hat einiges zu bieten. Mit seinen 479.273 Einwohnern ist sie eine der größten Städte im Südosten der Bundesrepublik. Ihr Glanz geht vor allem auf die Regierungszeit Augusts des Starken und seines Sohnes August III. im 17. und 18. Jahrhundert zurück. Der Zwinger ist das wohl berühmteste Bauwerk der Stadt; die vielen prächtigen Gebäude wie die Katholische Hofkirche (Hochbarock), die Frauenkirche, die Schloßkirche und die Semperoper trugen der Stadt den Ruf eines »Elbflorenz« ein. Die einstige barocke Pracht der Stadt versank im Bombenhagel des 2. Weltkrieges, die Ruine der Frauenkirche gemahnte an die Schrecken des Krieges. Inzwischen wird diese jedoch durch Spendengelder und staatliche Subventionen nach alten Plänen wiederaufgebaut. Die restaurierte wunderschöne Semperoper, die Schloßkirche und das Grüne Gewölbe und die reiche Schatzkammer der sächsischen Fürsten, legen Zeugnis von vergangenem Glanz ab. Kunstkenner sollten es nicht versäumen, die Gemäldegalerie im Zwinger zu besuchen, in der viele hervorragende Kunstwerke alter Meister ausgestellt sind. Das Schloß wird derzeit restauriert. Die Dresdener Philharmonie, die Staatskapelle und der Kreuzchor sind weltbekannt. Beliebt sind Dampferfahrten auf der Elbe zum Schloß Pillnitz.
Südöstlich von Halle liegt Leipzig (Internet: www.leipzig.de), eine Stadt der Musik und des Verlagswesens. 38 Verlage sind in Leipzig ansässig, und die Frühjahrs-Buchmesse lockt jährlich Interessierte in die traditionsreiche Messestadt. Hier wurde Richard Wagner geboren, Mendelssohn war lange Jahre Kapellmeister des heute noch renommierten Gewandhausorchesters, und Bach war in den Jahren 1723 bis 1750 Kantor der Thomaskirche, die ebenso wie das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert stilgerecht restauriert wurde. Johann Sebastian Bachs Kirchenchor existiert noch heute, und die Thomaner sind international hoch angesehen. Die alte Universität (1407), der berühmte Auerbachs-Keller und der Kaffeebaum, das bekannteste Kaffeehaus der Stadt, sind weitere touristische Anziehungspunkte.
Südöstlich von Leipzig in Südsachsen liegen die Städte Meißen und Dresden. Im tausendjährigen Meißen (Internet: www.meissen.de) steht die älteste Porzellanmanufaktur Europas, auch heute noch werden die kostbaren Service in den traditionellen Meißener Mustern angefertigt. Besucher können sich in einer Schauwerkstatt von der Handwerkskunst der Porzellanmaler überzeugen. Muß auch noch manches restauriert werden, so beeindruckt auch heute schon die Schönheit der Stadt und das geschlossene historische Stadtbild. Dom, Albrechtsburg (1485) und Bischofsschloß ragen hoch über der Stadt empor. In der Umgebung Meißens wird seit Jahrhunderten Weinbau betrieben.
Die Industriestadt Chemnitz (früher Karl-Marx-Stadt, Internet: www.chemnitz.de) wurde im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört und nur wenige historische Bauwerke blieben erhalten. Dazu gehören das Alte Rathaus (16. Jh.) und der 800 Jahre alte Rote Turm. Sehenswerte Städte der Region sind Freiberg, Kuchwald (Freilufttheater) und Seiten (Spielzeugmuseum). Zwickau (Internet: www.zwickau.de) ist die Geburtsstadt Robert Schumanns, ein Museum erinnert an den berühmten Komponisten. Der spätgotische Dom, das Rathaus (1403), das spätgotische Gewandhaus (heute ein Theater) und zahlreiche schöne alte Bürgerhäuser zählen zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten.
In der Oberlausitz leben die Sorben, ein slawischer Volksstamm, dessen Ursprung auf das 6. Jahrhundert zurückgeht. In Bautzen oder Budysin gibt es einen sorbischen Verlag, eine Zeitung und ein sorbisch-deutsches Volkstheater. Eigene Radioprogramme in sorbischer Sprache und Sprachunterricht in den Schulen sollen dazu beitragen, die Sorbenkultur zu erhalten.
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