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Deutschland
Wirtschaftsprofil
WIRTSCHAFT: Die Bundesrepublik Deutschland ist ein hochentwickeltes, stark in die Weltwirtschaft integriertes Industrieland, sie ist zweitgrößte Handelsnation und hat nach Japan und den USA das drittgrößte Wirtschaftsvolumen. Die Bevölkerung der alten Bundesländer genießt eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen in Europa. Die vier wichtigsten Branchen der Industrie sind die chemische Industrie, die Automobilherstellung, der Maschinenbau und die Elektroindustrie. Von großer Bedeutung ist auch der schnellwachsende High-Tech-Sektor, d. h. Computer- und Biotechnologie, Informatik und Medien. Deutschland ist abhängig von Rohstoffimporten, ein Drittel des Energiebedarfes wird durch in Kernkraftwerken erzeugten Strom gedeckt. Der Ausstieg aus der Atomenergienutzung wurde im April 2002 durch ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Die wichtigsten Bodenschätze sind Stein- und Braunkohle sowie Kali- und Steinsalz. Trotz des hohen Selbstversorgungsgrades im Agrarsektor müssen aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte auch landwirtschaftliche Erzeugnisse importiert werden. Hauptanbauprodukte sind Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Gemüse, Obst, Hopfen und Wein. Hauptexportgüter der deutschen Wirtschaft sind Fahrzeuge, Maschinen, chemische und elektrotechnische Erzeugnisse, Textilwaren und Bekleidung. Die wichtigsten Handelspartner sind die EU-Partnerländer, die USA, die Schweiz und Japan. Deutschland steht vor der schwierigen Aufgabe, die Wirtschaft weiter an die Bedingungen der Globalisierung anzupassen und die hohe Arbeitslosigkeit abzubauen. Außerdem müssen die nach wie vor bestehenden ökonomischen und sozialen Spannungen zwischen Ost und West überwunden werden. Investitionen in den fünf neuen Bundesländern beschränkten sich vorwiegend auf die Bereiche Medien, Werbung und den Dienstleistungssektor. Trotz der inzwischen vollzogenen grundlegenden Modernisierung, nach der die Industriebetriebe in Ostdeutschland nun wettbewerbsfähig sind, wird es jedoch noch einige Zeit dauern, bis die ostdeutsche Wirtschaft einen wirklichen Aufschwung erlebt. Die landwirtschaftlichen Betriebe in den neuen Bundesländern haben ebenfalls mittlerweile die Anpassung an die Marktbedingungen der Europäischen Union weitgehend erreicht, so daß die Produktivität kaum noch hinter der westdeutscher Betriebe zurückbleibt. Sowohl die Kosten der Wiedervereinigung als auch die Arbeitslosenrate, die Mitte 1999 bei knapp über 10% lag, ließen Schwachstellen in der deutschen Wirtschaft erkennen. Probleme bereiten in erster Linie die Inflexibilität des Arbeitsmarktes, der riesige öffentliche Sektor sowie mangelnde Investitionen in neue Technologien. Im Tourismusbereich konnte Deutschland 1999 rund 35,7 Mio. Auslandsgästeübernachtungen verzeichnen, die Deviseneinnahmen beliefen sich auf 15,6 Mrd. Euro. Bayern ist weiterhin beliebtestes Reiseziel und München wichtigste Fremdenverkehrsstadt. Der Tourismus erbringt rund 8% des Bruttoinlandsproduktes und bietet etwa 2,8 Mio. Arbeitsplätze.
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